Mildtätig schenkt der Gerechte

„Mildtätig schenkt der Gerechte“ – Gedanken zu einem Motiv von Psalm 37 und einer Seligpreisung Jesu: „Selig sind die Barmherzigen“

An einer Stelle heißt es sogar: Barmherzigkeit reinigt von jeder Sünde (Tob.8,13)

Nach einer Phase falsch verstandener Freiheit (Ich darf alles tun, was mir nützt und mir Spaß macht) erweckt eine Pandemie bei vielen, darunter viele, viele junge Menschen solidarisches Handeln. Gegenüber denen, die zuhause bleiben müssen: wir kaufen für dich ein. Zum Beispiel.

Solidarität als ein Kennzeichen von Freiheit ist eine gute Umschreibung von Barmherzigkeit: Ich tue etwas umsonst für andere, auch wenn ich dafür keinen Lohn für mich erwarten darf. Der Lohn ist: Ich weiß, wofür ich jetzt wenigstens gut bin. Das nennt man auch Lebenssinn.

Ich sehe in den Nachrichten nun auch Warteschlangen vor Behörden: Menschen sind in ihrer Existenz bedroht, etwa Taxifahrer, Gastwirte, Künstler… Ein- und damit Auskommen bricht weg.

Sie brauchen Unterstützung, handfest, monetär.

Aus unseren Steuermitteln, gar, wenn‘s soweit kommt, mit unseren Schulden, die der Staat aufnimmt. Aufnehmen muss.

Reicht da noch unsere Solidarität? Begreifen wir, dass auch überhaupt unser Miteinander nur funktioniert, wenn wir unser Bestes schenken, also auch unser Geld, damit anderen geholfen wird? Steuern sind nicht nur Zwangsabgaben, es ist ein rechtlich geordneter Solidaritätsbeitrag. DARUM ist Steuerhinterziehung auch so gefährlich, weil er genau das untergräbt.

Irgendwann dreht sich (hoffentlich) nicht mehr alles um dieses Virus (wenn auch klar ist: Wir werden lernen müssen, dass uns noch andere Viren zu schaffen machen werden). Wir müssen wieder den Rest unserer Welt in den Blick nehmen, etwa die Kriegsgebiete, unsere Umwelt – ist uns klar, dass wir nicht umsonst dieser Tage wieder gelernt haben, wozu Solidarität eines jeden mit jedem so notwendig ist für das gemeinsame Leben auf diesem Planeten? Und dass Solidarität beinhaltet: Ich verzichte freiwillig auf so manches, wo ich meine, es täte mir (kurzfristig) gut. Ich zahle gerne Steuern – und engagiere mich deswegen, so gut es geht, für diese Gesellschaft, also politisch.

Sozusagen von Montags bis Sonntagsfor future“.

Mal sehen…