Auf dem Weg zu Palmsonntag 2020 – Gedankensplitter zu den biblischen Texten VII (Psalmsonntag)

Jedem Sonntag sind ein Psalm, ein Abschnitt aus den Evangelien als Evangelium zum Sonntag, ein Abschnitt aus dem Ersten Testament (früher „Altes Testament“), ein Abschnitt aus einem der neutestamentlichen Briefe und noch drei weitere Bibeltexte zugeordnet.

Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas erzählen: Nach dem Jesus mit den Seinen das „letzte“ Abendmahl (gleichsam als letzter Wille) gefeiert hatte, ging er zum Garten Gethsemane. Dort rang er zutiefst erschüttert betend mit Gott und seinem Leben.

Anders der Evangelist Johannes. Dort äußert Jesus seinen letzten Willen in einer längeren Abschiedsrede an die Seinen (Tenor: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; wir finden in Gott wieder zusammen).
Danach betet er in einer Weise, bei der ich den Eindruck habe: Hier ist Jesus eins mit Gott und sich und dem Sinn seines Lebens bis zum Schluss. Er lebt ganz und gar aus seiner inneren Mitte heraus und wird auch so sterben.
Ich zitiere den 7. Text von Palmsonntag, ein Abschnitt aus dem 17. Kapitel des Johannesevangeliums:

1 Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; 2 so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben. 3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.

Bei allem, worüber sich nachzudenken lohnt: Meine Augen und dann meine Gedanken blieben bei dem Vers hängen, der in der Lutherbibel durch Fettdruck markiert ist:
„Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

„Ewig“ heißt nicht „unendliche Zeit“ im Sinne unserer Zeitmessung.
Wir als Menschen erleben Zeit und alles, was da ist, ist in der Zeit. Wobei das mit der Zeit so eine Sache ist…
Im Unterschied dazu ist „Ewig“ eine Eigenschaft Gottes und daher etwas völlig anderes. „Ewig“ steht außerhalb unserer Welt Zeit. Der Begriff ist fast gleichbedeutend mit „heilig“.
„Ewig“ Leben hieße dann: Zu einem irdischen Zeitpunkt so mit sich und allem eins sein, so nah und sinnerfüllt, dass dieser Augenblick das sprengt, was man sonst als Zeit im Vergehen und Werden erlebt. Wer solches einmal erlebte, fühlt sich zutiefst geborgen.
Von Buddha wird überliefert, er habe schließlich zur „Erleuchtung“ gefunden und sei da ins Nirwana (unendlicher Seinsgrund, in dem alles aufgehoben ist) eingegangen. Er war mitnichten gestorben. Aber er hatte diese Phase auf seine Weise erlebt.
Hier (und auch sonst) in unserer Bibel ist das mit „Gott“ und „Jesus“ verbunden. Mit „erkennen“ der Wahrheit Gottes und dem Sinn von Jesu Dasein für uns. „Erkennen“: Das griechische Wort „gignoskein“, das im Original des Neuen Testamentes verwendet wird, meint ähnlich wie unser Wort „erkennen“ eine Fähigkeit des Verstandes: Plötzlich geht einem ein Licht auf, nachdem man fleißig jemand oder etwas nachgedacht hat mit allen Mitteln der Vernunft.
Doch Jesus selbst sprach aramäisch und lebte in der Welt seiner hebräischen Bibel. Hinter „erkennen“ steht dann das entsprechende Wort „jada‘ “. Das ist ein inniges, herzliches erkennen. Ein „eins“ werden. So „erkannte“ Adam seine Frau Eva, und heraus kam neues Leben. Oder Abraham erkannte seine Frau Sarah. Und so weiter. Ein leiblicher Vorgang ist mehr als „Sex“ (klingt technisch und ist oft auch so), da werden zwei Wesen innigst eins. Zeit steht still.
Analog dazu gibt es Momente, wenigstens haben das sogenannte Mystiker so erlebt, da schiebt sich zwischen Gott und Mensch kein Blatt mehr.
Da herrscht unsagbare „Innigkeit“. Ein herzliches Einverständnis. „Ewigkeit“ in der Zeit.
Diese „Ewigkeit“ kann gesucht – und, so wird es verheißen, auch gefunden – werden, wo man Jesu Leben und Sterben, sein Da sein einschließlich der Botschaft von Ostern, immer und immer wieder meditiert, sich zu Herzen nimmt, mitten in der Zeit sich Auszeit gönnt und sein Leben, seine Worte ganz persönlich nimmt. Zugleich bleibt es ein Geschenk, wo immer es und wann immer es geschieht. Und sei es in jener Sekunde der Zeitstille, wo man seinen sogenannten letzten Atemzug tut.
Und bisweilen erscheint diese „Ewigkeit“ im „Erkennen“ auch ganz weltlich.
Ich re-zitiere aus meiner ungehaltenen Predigt von vor vier Wochen:

Der Schweizer Kolumnenschreiber Lorenz Marti, eine Art weltlicher Mystiker, hat mich auf ein Theaterstück von Ludwig Anzengruber aufmerksam gemacht. Es heißt Der Kreuzelschreiber.

„Im Mittelpunkt des Stücks steht Steinklopferhans, ein Querdenker und Außenseiter. Er ist als uneheliches Kind einer Kuhmagd aufgewachsen und musste schon früh in einem Steinbruch hoch oben am Berg arbeiten. Dabei erkrankte er schwer, ohne dass sich jemand um ihn gekümmert hätte. Mit letzten Kräften schleppte er sich auf eine Wiese, legte sich ins Gras und hoffte, nie mehr aufzuwachen. Er schlief ein wie tot.
Als am Abend die Sonne unterging, erwachte Steinklopferhans, und ein unerklärliches Wohlgefühl durchströmte ihn, als ob die Sonne in ihm weiterleuchten würde. Er fühlte sich aufgehoben und erlebte eine allumfassende Geborgenheit. Von diesem Moment an wusste er, dass ihm nichts passieren konnte, wie auch immer die äußeren Umstände sein mochten: „Es kann dir nix g’schehn! – Du g’hörst zu dem all’n, und dös alles g’hört zu dir! Es kann dir nix g’schehn!“

(Gelesen in: Lorenz Marti, Türen auf! Spiritualität für freie Geister, Freiburg im Breisgau 2019, S. 80 – 82 „Ergriffenheit und Einheit“)

Die Fragen an Gott und die Welt und ans Leben und damit Skepsis und Zweifel bleiben. Aber im Hintergrund erklingt als Grundmelodie des Lebens:
„Es kann dir nix g’schehn! – Du g’hörst zu dem all’n, und dös alles g’hört zu dir! Es kann dir nix g’schehn!“

Mehr kann ich eigentlich uns allen nicht wünschen.
Gott gebe es. Und es ist alle Zeit wert, sich Zeit zu nehmen und solcher „Erkenntnissuche“ zu widmen.
P.S.: Das ist auch ein gutes Heilmittel gegen den Hochmut, alle Wahrheit, und sei es die tiefgläubigste, für sich gepachtet zu haben.
Im Gegenteil.

Auf dem Weg zu Palmsonntag 2020 – Gedankensplitter zu den biblischen Texten VI

Jedem Sonntag sind ein Psalm, ein Abschnitt aus den Evangelien als Evangelium zum Sonntag, ein Abschnitt aus dem Ersten Testament (früher „Altes Testament“), ein Abschnitt aus einem der neutestamentlichen Briefe und noch drei weitere Bibeltexte zugeordnet.

Manchmal kommen mir Tränen der Freude. Ich erfahre, wie so viele Mitmenschen kreativ Zeichen einer Mitmenschlichkeit setzen, die ich einfach nur gut christlich nennen kann. Sie setzen Lebenszeichen wider tödliche Bedrohung.
Ob das so bleibt, wenn diese Seuche gegangen ist und neue (und auch alte) Herausforderungen (wieder) erscheinen? Z.B. die Sache mit der gemeinsamen Verantwortung für diese Welt und der Begrenzung des Schadens, den wir Menschen ihr mittlerweile zugefügt haben?
Schön wäre es.
Doch da ist wegen allem auch die Furcht, es könne einen selber treffen, oder Menschen, die einem am Herzen liegen. Aus der Furcht wird leicht irrationale Angst. Und die schlägt um in Aggression und Wahn.
Ich hörte gestern, wie eine französische Krankenschwester Drohbriefe in ihrem Briefkasten vorfand und ein Arzt anonym zum Wegzug aus seinem Viertel aufgefordert wurde.
#Hass# erhebt wieder sein Gesicht.
Heute morgen eine in gebotener Distanz geführte Unterhaltung: Wenn das vorbei ist, dann ist alles, was wir zur Zeit positiv erleben, auch vorbei. Alte Verhaltensweisen feiern „fröhliche“ Urständ, es ist da wie mit den guten Vorsätzen zu Neujahr.

Und nun begegnet mir ein weiterer Bibeltext von Palmsonntag, der in dieser Lage fast für sich spricht:

Aus Hebräerbrief 11 und 12:

1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. 2 In diesem Glauben haben die Alten Gottes Zeugnis empfangen.
8 Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. 9 Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10 Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.
11 Durch den Glauben empfing auch Sara, die unfruchtbar war, Kraft, Nachkommen hervorzubringen trotz ihres Alters; denn sie hielt den für treu, der es verheißen hatte. 12 Darum sind auch von dem einen, dessen Kraft schon erstorben war, so viele gezeugt worden wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählig ist.
39 Diese alle haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht die Verheißung erlangt, 40 weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat: dass sie nicht ohne uns vollendet würden.

12 1 Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist,
2 und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.
3 Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.

Ob Dietrich Bonhoeffer an diese Worte dachte, als er einst in der Isolation im Gefängnis sein berühmtes Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ schrieb?
Es ist nicht immer leicht, sich nicht von den eigenen irrationalen Ängsten beherrschen zu lassen, dafür aber getrost Sorge für die Zukunft zu tragen.
Die Verfasserin des Hebräerbriefes verweist darauf: Wir sind nicht allein.
Auch wenn wir allein sind:
Unsichtbar umgibt uns eine „Wolke von Zeugen“ guter Hoffnung als Lebensgrundlage für Besonnenheit und, wie es im Morgengebet der Benediktiner heißt: „Gott lasse unsere Liebe immer reicher werden an Einsicht und Verständnis, damit wir lernen, worauf es ankommt…“ (vgl. Philipperbrief 1,9f.)
Der Glaube, also das Festhalten an Gottes Liebe zu allen, ist für einen einzelnen bisweilen ganz schwer. Doch wir können einander tragen, weil uns der Glaube vieler anderer trägt. Und mittendrin als Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschichte Gottes Jesus Christus. In ihm selbst Gott, der an uns glaubt. Damit wir werden, wie es hie und da und auch dieser Zeit unter uns hoffnungsvoll aufblüht.
„Die Wolke der Zeugen“ nannte sich einst ein Buch von einem evangelischen Pfarrer. Er griff auf evangelische Weise die katholische und orthodoxe Tradition der Achtsamkeit auf „Heilige“ auf. Diese „heiligen“ Menschen lebten jeweils eine Farbe der Liebe Gottes. Wenn wir uns deren Leben anschauen, können wir uns in uns selbst vertiefen, die Tiefe des eigenen Leben ergründen: Was ist meine Lebensfarbe? Wozu lebe ich – und für wen? Was ist mein Teil an der Aufgabe, die sich Gott gestellt hat, um diese Welt besseren Zeiten entgegen zu führen? Was ist mein Part, wenn wir versuchen, der göttlichen, weil wahren Mitmenschlichkeit Jesu nach zu folgen in unseren Zeiten?

2006 erschien eine Art Neuauflage dieses „Heiligenkalenders“ : „Woran sie glaubten – wofür sie lebten“. Vorbilder für die 365 Tage des Jahres.
Heute, am 4. April wird an den Todestag von Martin Luther King erinnert.
Übrigens: Die tatsächlichen oder angenommenen Todestage von „Heiligen“ gelten als zweiter und endgültiger Geburtstag: Sie sind da angekommen, wo Jesus zu Ostern hinging: Ganz in der Wirklichkeit des lebendigen Gottes. Und somit sind und bleiben sie uns präsent.
Martin Luther King: Ich denke, der ist bekannt, ansonsten siehe Wikipedia.
In dem erwähnten Kalenderbuch wird zitiert, was er unter anderem am 4. April 1967 (also genau ein Jahr vor seiner Ermordung) in der Riverside Church in New York erklärte, und ich re-zitiere:

Ich muss meiner Überzeugung treu bleiben, mit allen Men¬schen zu den Kindern des lebendigen Gottes zu gehören. Diese Berufung zur Kindschaft und zur Brüderlichkeit geht über die Bindung an eine Rasse, eine Nation oder ein Glaubensbekenntnis hinaus. Und weil ich glaube, dass dem Vater besonders die Leidenden, Hilflosen und Verachteten unter seinen Kindern am Herzen liegen, komme ich heute Abend hierher, um für sie zu sprechen…. Wir sind gerufen, für die Schwachen zu sprechen, für die, die keine Stimme haben, für die Opfer unserer Nation und für die, die sie Feinde nennt. Denn keine von Menschen gemachte Erklärung kann diese Menschen zu weniger machen als zu unseren Brüdern.

Und Schwestern.
Und nun das erwähnte Gedicht von Dieterich Bonhoeffer:

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, … dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.

Kreuzweg 2020 – 4. Station Montag der Heiligen Woche

Jesus stirbt am Kreuz

Zum Bild:
Das Fundament des Kreuzes liegt im Reich des Todes aufgerichtet. Neben dem sterbenden Jesus stehen Jesu Mutter Maria und der Jünger Johannes.
Trauer und Liebe sind mit ihnen zu sehen. Sonst niemand (mehr). Nun trägt Maria ein Gewand mit der königlichen Farbe Purpur. Ihr und des Jüngers Untergewand sind blau, die Farbe der Wahrheit und Treue.
Marias Hand weist auf Jesus, als wolle sie sagen: Das alles tut er für uns! Das ist nicht nur mein Kind, er ist der Sohn Gottes.

Die Geschichte aus Bibel und Tradition:
Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.
Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!
Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Etwa um die sechste Stunde brach eine Finsternis über das ganze Land herein. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.

Zum Nachdenken:
Jesus stirbt. Er fühlt sich allein gelassen, schutzlos seinen Mördern ausgeliefert. Schuldlos wird Er getötet. Maria steht am Kreuz. Sie erkennt in diesem Moment: Wenn Jesus selbst so furchtbar leidet, dann ist Er mir nah, wenn ich leiden muss. Wenn ich Furchtbares erlebe, dann ist Jesus bei mir. Es ist so, als stürbe Er dort, damit ich nicht allein bin, in den schlimmsten Momenten meines Lebens. Wenn ich leide, ist Er mir nah. Wenn ich Furchtbares erlebe, dann ist Er bei mir.
Jesus,

Im Dunkel unsrer Ängste,
im Schrei aus unsrer Not:
du leidest mit an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod.

Im Frosthauch unsrer Kälte,
im Kampf um Geld und Brot:
Du zweifelst mit an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod.

Im Wahnsinn unsres Handelns,
im Krieg, der uns bedroht:
Du weinst mit uns an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod.

In Nächten des Alleinseins,
in Tagen ohne Brot:
Du stirbst mit uns an unserm Kreuz,
du stirbst auch unseren Tod.

Im Sturm, der nicht zertrümmert,
im Schutz für unser Boot:
Du steigst mit uns von unserm Kreuz,
besiegst auch unseren Tod.

EG + 9
Text (nach Michael Scouamec): Diethard Zite. Melodie: Jo Akepsimas. © Musik: Studio SM, Varades. © Deutscher Text: tvd-Verlag, Düsseldorf

Christen und Heiden (D. Bonhoeffer)
Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn ihn verschlungen von Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.

Zum Beten:
Du bist gestorben, wie ein Mensch stirbt, Du
hast Deinen Lebensatem ausgehaucht.
Du hast Dich für uns hingegeben.
Du bist das Zeugnis von Gottes großer Liebe
zu uns und unserer Welt. Du bist Gottes Sohn.
Lass uns im Herzen erkennen, was Du für uns
getan hast. Und was Du für uns tust.
Amen.

Kreuzweg 2020 – 3. Station Palmsonntag

Jesus wird an das Kreuz genagelt

Zum Bild:
Unter dem Kreuz ist ein Hohlraum, eine Höhle – das Totenreich. Darin liegt ein Schädel. Er steht für den „Adam“, für den Menschen, der aus den Kräften dieser Erde ins Leben kam und dorthin zurückkehren muss. Für immer von Gott, Quelle des Lebens getrennt?
Hinter der Kreuzigungsszene eine Mauer. Sie trennt die Kreuzigung Jesu vom goldenen Himmel, von der heiligen Lebensfarbe Gottes. Kann sie das? Jesus wird vor den Toren Jerusalems gekreuzigt. Innerhalb der Stadtmauer ist der Tempel, DER Ort Gottes. Doch diese Trennung wird nicht so bleiben.
Denn: Jesus überragt auf dem Bild alles. Er lässt sich festnageln auf seine Liebe zu den Menschen.

Die Geschichte aus Bibel und Tradition:
Am Rande des Weges begegnete Jesus auch seiner Mutter Maria. Ihre Liebe wie auch ihre Traurigkeit ließen ihn Kraft suchen für den schweren Gang.
Das Hinrichtungskommando ergriff dann einen Mann aus Kyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus her trage.
In der Menge der Zuschauer auf dem Weg stand auch Veronika, eine junge Frau und Jüngerin Jesu. Sie reichte Jesus ein Tuch für sein Gesicht gegen das Blut, den Schweiß und den Dreck. Jesus nahm es dankbar und drückte sein Gesicht in den Stoff.
Eine Menschenmenge folgte Jesus auf dem Kreuzweg. Darunter waren auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Zu ihnen wandte Jesus sich um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder.
Zusammen mit Jesus wurden zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt. Sie kreuzigten Jesus und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den ändern links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Als Jesus Durst bekam, reichten sie ihm auf einem Ysopzweig einen Essigschwamm. Die Soldaten nahmen seine Kleider und verteilten sie untereinander.

Allen Evangelien und aller weiteren Tradition gemeinsam ist ein Satz:
„Und sie kreuzigten ihn“.

Zum Nachdenken:
Die Todesstrafe wird vollzogen.
Von drei Seiten schlagen die Hämmer, laut,
hart, dumpf. Die Männer nageln Ihn fest. Sie
sind ganz bei der Sache, sie machen ihre
Arbeit gewissenhaft, aus allen Richtungen tun
sie ihr Werk.
Einer hebt an einem Stab einen Schwamm
mit Essig empor. Jesus soll all die Bitternis
aufsaugen.
Tod durch Kreuzigung: Diese Grausamkeit ist für uns heute kaum mehr vorstellbar. In West-Deutschland ist die Todesstrafe seit 1949, in der damaligen DDR seit 1987 abgeschafft.
Und doch gibt es noch immer viele Länder auf der Erde, die nach ihrer gültigen Rechtsordnung schwere Vergehen mit dem Tod bestrafen. Oft resultieren solche Urteile dazu aus politischer Willkür oder Diskriminierung Andersdenkender, Anderslebender oder Andersgläubiger.
Auch die Todesstrafe für Jesus vor 2000 Jahren war ein Mord. Aus christlicher Sicht ist jede Todesstrafe menschenverachtend, lebensverachtend und gottesverachtend. Gott allein ist der Herr des Lebens.

In welchen Situationen hast du dich schon mal für andere eingesetzt, wenn Unrecht geschehen ist?
Gott, der Herr des Lebens – auch am Anfang und am Ende des Lebens?
Wer ist der Herr deines Lebens?

Zum Beten:
Jesus, Gewalt, Mord und Tod
gehören bis heute zu unserer Welt.
Wir bitten Dich um Kraft
für den Widerstand gegen das Töten,
um Mut zum Schutz des Lebens und darum,
dass Dein Reich komme.
Amen.

Das Kreuz ist aufgerichtet,
der große Streit geschlichtet.
Dass er das Heil der Welt
in diesem Zeichen gründe,
gibt sich für ihre Sünde
der Schöpfer selber zum Entgelt.

Er wollte, dass die Erde
zum Stern des Kreuzes werde,
und der am Kreuz verblich,
der sollte wiederbringen,
die sonst verlorengingen,
dafür gab er zum Opfer sich.

Er schonte den Verräter,
ließ sich als Missetäter
verdammen vor Gericht,
schwieg still zu allem Hohne,
nahm an die Dornenkrone,
die Schläge in sein Angesicht.

So hat es Gott gefallen,
so gibt er sich uns allen.
Das Ja erscheint im Nein,
der Sieg im Unterliegen,
der Segen im Versiegen,
die Liebe will verborgen sein.

Wir sind nicht mehr die Knechte
der alten Todesmächte
und ihrer Tyrannei.
Der Sohn, der es erduldet,
hat uns am Kreuz entschuldet.
Auch wir sind Söhne und sind frei.

EG 94
Text: Kurt Ihlenfeld 1967
Melodie: Manfred Schlenker 1977

Ökumenischer Kreuzweg – Samstag vor Palmsonntag

Jesus fällt unter dem Kreuz

Zum Bild:

Die in der Regel griechischen Schriftzeichen, die man auf vielen Ikonen findet, verweisen auf den „Hauptdarsteller“ eines Bildes, einen Heiligen oder wie hier: Jesus Christus. Man sieht auf dem Kreuz dafür die griechischen Buchstaben IC und XC.
Im Heiligenschein stehen weitere griechische Buchstaben: Ein Omega, ein O (mikron) und ein Eta (in etwa Ä ausgesprochen, aus dem Zeichen wurde unser H). Es verweist zurück auf Gottes Name „Ich bin der ich bin“ und voraus auf Jesu Selbstdarstellung in der Johannesapokalypse: Ich bin der, der da war, der da ist und der da kommt.
Der unbegreiflich allergrößte wird hier genauso unbegreiflich klein gemacht und bleibt doch ganz er selbst.
Zweidimensional ist es dargestellt, denn es geht nicht um ein „Abbild der Realität“, sondern um die Gegenwart des Wirklichen.

Die Geschichte aus Bibel und Tradition:

Die Soldaten des Statthalters nahmen Jesus mit. Sie verspotteten ihn, bespuckten und schlugen ihn. Schließlich führten sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Jesus trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt.

Dreimal, so heißt es, brach Jesus auf diesem Weg zusammen.

Zum Nachdenken:

Das Kreuz prallt auf den Boden. Jesus stürzt auf die Knie. Er beugt sich nach vorne und krümmt Seinen Rücken. Die Geißel des Soldaten zischt durch die Luft und trifft Jesus. Der Schmerz und der Knall lassen Ihn zusammenzucken.
Immer wieder holt der Mann aus und lässt die Waffe schwingen. Er zielt auf den Rücken, er zielt auf sein Opfer. Jesus schaut einerseits erschöpft zu Boden, erträgt die Demütigung. Andererseits blickt Er ruhig auf die Erde, weist mit der Hand auf sie, weil das irdische Wirklichkeit ist. Er ist gekommen, um sie zu erlösen.

Ständig online, öffentlich präsent, immer deine Meinung am Start. Gut so, du stehst zu dem, an das du glaubst. Aber das ist nicht einfach, oder? Einfach so offen deinen Glauben posten, sogar von einer „Freundschaft zu Jesus“ erzählen? Und dann kommt ganz viel „Daumen runter“, nein, nicht nur bei dir, überall, auf alles, was mit Jesus und Glauben zu tun hat. Manches hirnlos, anderes seelenlos.

Und dann noch die Hater, unvermeidlich: weil es viel leichter ist, etwas oder jemanden runter zu machen, als sich zu etwas zu bekennen.
Jeder Hasskommentar wie ein Peitschenhieb. Also doch lieber schweigen, sogar von dem, der alles für dich gibt?

Respekt für deine Vernunft! Oder tatsächlich alles riskieren und verletzt werden? Respekt für dein Rückgrat! Beides nicht einfach, keine Musterlösung in Sicht. Aber die Frage nach deiner Haltung bleibt!

Wurdest du schon einmal gedemütigt?
Was brauchst du, um auf den Beinen zu bleiben?
Du verehrst jemanden? Wie wird das deutlich?

Zum Beten:

Jesus, Du hast Stand gehalten.
Wir bitten Dich, lass uns durchhalten,
wenn unser Weg schwer wird,
lass uns innehalten, wenn wir uns verrennen,
lass uns zu Dir halten, weil Du zu uns hältst.
Amen.

Auf dem Weg zu Palmsonntag 2020 – Gedankensplitter zu den biblischen Texten V

Jedem Sonntag sind ein Psalm, ein Abschnitt aus den Evangelien als Evangelium zum Sonntag, ein Abschnitt aus dem Ersten Testament (früher „Altes Testament“), ein Abschnitt aus einem der neutestamentlichen Briefe und noch drei weitere Bibeltexte zugeordnet.

Es ist kein besonderer Anlass. Einfach so betrete ich ein Blumengeschäft.
Mir ist danach, meiner Frau einen schönen Strauß zu schenken.
Gewiss, gewiss, eigentlich müsste man sparen, weil die Waschmaschine in ihre Tage gekommen ist, die nächste Versicherung fällig wird und das Auto beim Fahren so komische Geräusche macht.
Ja, und eigentlich geht es vielen Menschen so schlecht. Da wäre das Geld als Spende auch gut angelegt.
Trotzdem.
Bei der Auswahl der Blumen schaue ich nicht mehr auf den Preis. Ich achte auf die Art, die Farben, den Duft.
Später wird meine Frau sagen „Du spinnst!“ – aber gefreut hat sie sich trotzdem.

Am Palmsonntag wäre Jubiläumskonfirmation gewesen. Nun ist „nur“ offene Kirche. Und mir begegnet nun einer der Predigttexte für diesen Sonntag, der wäre sogar turnusgemäß dran gewesen. Es ist einer meiner liebsten biblischen Geschichten, ich darf ihn hiermit vorstellen:

(aus dem Markusevangelium, Kapitel 14)
1 Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. …
3 Und als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.
6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Diese Geschichte kann man sich gar nicht konkret genug vorstellen.
Jesus nimmt seine Gefolgschaft mit in das Haus eines Menschen, der (noch?) aussätzig ist – oder war? Jedenfalls nicht die erste Adresse.
Vor Jesus liegt die Grausamkeit des Karfreitags. Sein Leib wird zu Tode geschunden.
Plötzlich ist dieser von Männern und ihren klugen Reden dominierte Raum erfüllt mit reiner Zärtlichkeit im Überschwang. Eine Frau tut Jesus einfach nur gut.
Ein Duft von absichtsloser Hingabe erfüllt das Haus.

Das muss so sein. Sagt Jesus. Alles andere, die wirtschaftlichen und sozialen Geldfragen haben ihre Zeit. Und ihre absolute Berechtigung. Aber nicht jetzt.
Jetzt will Jesus es genießen.

Die Evangelisten haben das auch nicht ausgehalten. Sie legten Jesus Worte in den Mund, die das Handeln der Frau rechtfertigen sollen.
Hier: Jesus wurde Christus genannt. Durch seinen Tod am Kreuz hindurch hat Gott sich zu ihm als Erlöser bekannt. Und bei Jesu Begräbnis wurde er aus Gründen der Eile nicht vorschriftsmäßig gesalbt.
Christus heißt: Der Gesalbte Gottes. Aber bis jetzt war Jesus nicht gesalbt. Das alles ist nun hiermit nachgeholt bzw. vorgeholt.

Ich glaube jedoch: Jesus rechtfertigte die Frau einfach dadurch, dass er sich freute, dass er diese Zärtlichkeit und diesen Duft schlicht wohltuend genoss. Punkt. Denn ein Zeichen solcher Liebe braucht keine weitere Begründung.

Jesus, die Mitmenschlichkeit Gottes in Person, ist immer für andere da.
Nur selten wird erzählt, dass er sich zurückzieht zur betenden Zweisamkeit mit Gott. Auch da bleibt er nicht immer ungestört.
Nur selten wird erzählt, dass er ganz der Empfangende ist.
Nach seiner Geburt etwa: Der, der durch Mutterbrust gestillt wird und geborgen liegt in der Eltern Arme.
Bei seiner Taufe empfängt er Gottes Heiligen Geist. Der ist nun in ihm ganz zuhause.
Danach gleich ringt Jesus in der Wüste Einsamkeit mit Gott und der Welt, mit teuflischen Versuchungen und wie er seinen Weg zu gehen hat. Am Ende, heißt es, kamen Engel und dienten ihm. So auch bei der letzten Versuchung: Im Garten Gethsemane, beim letzten Gebet und Ringen: Flucht oder Annahme seines letzten Ganges? Blut und Wasser habe er dabei geschwitzt in dieser Einsamkeit (die Jünger schliefen ja).
Du wieder kam dann ein trostreicher, stärkender Engel, heißt es.
Ach ja – da bei jener nächtlicher Schifffahrt auf stürmischem See Genezareth – da empfing Jesus wohlverdienten Schlaf. Bis er geweckt wurde.
Und in dieser Geschichte: Da will er sich nicht mehr stören lassen. Da gilt das, was die Frau (und es ist so was von egal, was diese Frau sonst tat – jetzt ist sie da mit ihrer Geste) ihm wohltut.
Jesus braucht Zärtlichkeit.
Ganz Mensch.
Ganz Gott.

Das ist das Überraschende.
Wenn Jesus wirklich, wie es das Glaubensbekenntnis später formuliert,
auch ganz Gott ist – dann empfängt Gott selbst diese zärtliche Geste. Dann erscheint Gott hier als jemand, der sich darüber freut und es genießt.
Der nicht gibt, nicht immer da ist für uns, sondern der empfängt. Kein Opfer, kein Lobpreis , keine Klagen – einfach nur solche Geste.

Das Gebot „Liebe Gott über alles, mit ganzem Herzen…“ steht dadurch in neuem Licht.

Jeden Sonntag wird ein frischer Blumenstrauß auf den Altar gestellt.
Unter das Kreuz, vor das Kreuz, für Gott.
Einfach so.
Ein Zeichen menschlicher Hingabe an den Gott, der sich darüber freut.
Einfach so.
Es müssten duftende Blumen sein – zum Gedenken an diese Begebenheit: „Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“

Wenn Sie mal wieder ihre Kirche besuchen (etwa zur Zeit der „Offenen Kirche“) oder eine andere:
Wagen Sie es.
Bringen sie eine Blume mit und legen sie diese auf den Altar.
Ja, es wird erstaunte Blicke geben, vielleicht auch den Einspruch eines Küsters (nicht unserer, der weiß es zu schätzen).
Und doch: Legen sie eine Blume hin und spüren dann nach, wie sich das anfühlt.
Gott freut sich.
Und sie vielleicht auch.

Und dann?

Dann mag die Zeit kommen, wo wieder gilt:

„Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun.“

Ökumenischer Kreuzweg in der Zeit der Pandemie – Kurze Einführung

Getrennt begehen – im Beten vereint

Zum Freitag, den 3. April, luden wir ein zu einem ökumenischen Kreuzweg in Petterweil. Doch den aktuellen Umständen geschuldet können wir ihn so nicht begehen. Und sollten es auch nicht. Dennoch sollen das Material nicht umsonst gekauft und die Gedanken dazu nicht umsonst gemacht worden sein. Wir laden ein, diesen gemeinsamen Weg von Tag zu Tag bis Karfreitag auf diese Art zu gehen. Wir folgen den Gedanken des ökumenischen Kreuzweges der Jugend „Icon“. „Icons“ sind in der modernen Computerwelt kleine Zeichen, die man anklicken kann, um zu Informationen zu gelangen oder sonstwie den PC zu bedienen. Eigentlich aber steht englisch „Icon“ für „Ikone“. Das sind gemalte Glaubensbekenntnisse in der Bildersprache der Ostkirchen. Entlang solcher Ikonen denken wir, der Botschaft von Jesu Kreuz für unsere Lebenswirklichkeit nachzudenken.

Die Ikonen stammen von einem Ikonenkreuzweg, der in Dresden in der St.-Hubertus-Gemeinde hängt. Wer möchte, kann sich bei geeigneten Quellen zur spirituellen Tradition und künstlerischen Formensprache von Ikonen informieren. Wichtig für uns ist: Solche Bilder laden zum Verweilen ein. Man muss sie auf sich wirken lassen. Denn sie wollen etwas ins Herz des Betrachters hineinwirken lassen, was eigentlich nicht darstellbar und unbeschreiblich ist: Das Geheimnis der Liebe des einen dreifaltigen Gottes. So sind Sie eingeladen, vor allem das Bild zu betrachten. Dazu bieten wir in sehr verkürzter Form Texte und Anregungen aus dem Teilnehmerheft an. Das haben wir für Teilnehmende ja bestellt. Es liegen Exemplare aus in St. Bardo und in der Martinskirche zum Mitnehmen für die, die lieber das Heft in der Hand halten.

Mein Gott,
mit meinem ganzen Leben bin ich hier,
mit all meinen Gedanken und Gefühlen,
meiner Hoffnung und meiner Freude,
meinen Ängsten und meinen Fehlern.
Öffne meine Sinne für die Begegnung mit Jesus
und stärke meinen Verstand, um zu verstehen,
was Er damals für uns getan hat.
Herr, schenke mir ein Herz, das Deine Liebe sieht.

Amen.

Ökumenischer Kreuzweg – Freitag vor Palmsonntag

Jesus wird zum Tode verurteilt

Der Himmel leuchtet golden, denn Gott bringt sein Licht zur Welt. Der goldene Heiligenschein von Jesus: Er ist das Licht der Welt. Auch Purpur gilt als göttliche Farbe. Jesus trägt daher einen Purpurmantel. Anders Pilatus auf dem Thron: Das Rot-Braun ist das Rotbraun der mediterranen Erde – Pilatus ist rein menschlich. Obwohl Pilatus von des „göttlichen“ römischen Kaisers Gnaden auf dem Thron sitzt, ist Jesus der Verurteilte, größer.

Text zur Station (die Bibeltexte des Kreuzweges sind aus den Evangelien zusammengestellt bzw. überliefern weitere Traditionen):
Pilatus ließ Jesus herausführen und setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbata, heißt. Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus fragte Jesus: Dein Volk und die Hohepriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?
Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.
Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit? Zu den Juden sagte er: Da ist euer König! Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn!
Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen?
Die Hohepriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde.

Besinnung
Das Urteil. Einer schaut weg, andere sehen hin. Auf einem Thron sitzt der Richter Pilatus. Im Vordergrund sieht man Jesus in einem purpurfarbenen Gewand. Er beugt sich zu Pilatus hin, ihre Augen treffen sich. Pilatus wird Jesus verurteilen. Ein ungerechtes Urteil. Er wird ihn verurteilen müssen, weil das Volk es so will. Jesus muss es so hinnehmen. Jesus vertraut darauf, dass dahinter ein Plan ist. Gottes Plan. Er weiß, dass menschliche Macht nichts mit wahrer Stärke zu tun hat.

Wie reagierst du, wenn andere mit dem Finger auf dich zeigen?
Machst du mit, wenn alle mit dem Finger auf einen anderen zeigen?
Würdest du Nachteile in Kauf nehmen, um einem anderen Menschen zu helfen? Welche?
Gebet:
Mein Gott, wie oft bin ich alleine in meinem Leben.
Ich habe Angst. Alle sind gegen mich.
Mein Gott, steh mir bei.

Jesus, Du warst wahrhaft stark.
Gib uns die Kraft, zur Wahrheit zu stehen,
für sie einzustehen und anderen beizustehen,
wenn Unrecht geschieht und sie uns
brauchen.
Amen.

Auf dem Weg zu Palmsonntag 2020 – Gedankensplitter zu den biblischen Texten IV

Jedem Sonntag sind ein Psalm, ein Abschnitt aus den Evangelien als Evangelium zum Sonntag, ein Abschnitt aus dem Ersten Testament (früher „Altes Testament“), ein Abschnitt aus einem der neutestamentlichen Briefe und noch drei weitere Bibeltexte zugeordnet.

Weder Verlag noch Autorin haben mich aufgefordert. Ich finde es wirklich gut und möchte es weiterempfehlen:
Tina Willms: Zwischen Abschied und Anfang. Ein Begleiter durch die Passions- und Osterzeit. Andachten, Gedichte und Gebete. Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 2020
ISBN: 978-3-7615-6702-9.
Sie müssen es nicht über die üblichen großen Versandhäuser kaufen.
Sie sollten, wenn Sie es für sich als Begleitung in der kommenden Zeit haben wollen, es bei einem unserer „kleinen“ Buchläden in Karben, in Bad Vilbel, in Friedberg bestellen. Die dürfen zwar zur Zeit keine direkten Kundengeschäfte tätigen, aber indirekt schon: Per Telephon, per Email, und so weiter. Sie liefern aus oder lassen ausliefern. Damit unterstützen Sie unsere liebenswerten „kleinen“ Läden vor Ort und schaden den „Großen“ eigentlich gar nicht. Und haben selbst einen Gewinn.
Das wäre doch eine gute Übung für „die Zeit danach“, oder?

Das Evangelium für den kommenden Palmsonntag ist die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem.
Dazu schreibe ich nun nichts selbst, sondern biete Ihnen an, den Bibeltext nach dem Evangelium des Johannes zu lesen und dann mit mir einen Blick in das Buch von Tina Willms zu werfen als Kostprobe vieler weiter lebensermutigender Texte.

Der Bibeltext:
Joh 12,12-19
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15 „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.
17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. 18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Und nun aus „Zwischen Abschied und Neuanfang“, S. 11-12 und 14-15:

Jesus zieht in Jerusalem ein: Wie eine Ouvertüre, so kommt mir diese Geschichte vor. Ein Eingangsstück, in dem alles, was kommen wird, schon anklingt.
Da sind die Menschen, die ihn empfangen. Keinen roten Teppich breiten sie vor ihm aus, sondern einen Flickenteppich aus dem, was sie vorfinden. Palmzweige von den Bäumen am Wegrand. Dazu ihre Kleider, die sie am Leibe getragen haben. In ihnen stecken ihre Geschichten, ihr ganzes Leben legen sie aus vor ihm, der da kommen soll. Ihr Elend und ihre Hoffnungen, den Glanz ihres Lebens ebenso wie Schweiß und Schmutz.
Und der Soundtrack dazu? Das ist kein Triumphmarsch, der da erklingt. Nichts Herrschaftliches. Auch keine feine, reine, eindeutige Musik.
Die Menschen, sie jubeln und schreien. Ihre Sehnsucht schreien sie heraus und ihre Verzweiflung. Nicht »Halleluja« rufen sie, kein »Lobt Gott!«.
Sie schreien: »Hosianna! Hosianna!« Hilf doch! Hilf uns! So wie dein Name es sagt: Jeschua, Jesus, der Retter.
Und dann endlich kommt er. Die Rufe branden auf, die Menschen recken die Köpfe. Da, da ist er! Er, auf den wir so lange gewartet haben.
Er reitet auf einem Füllen. Seine Beine berühren den Boden fast. Und wer ihn sieht, kann es schon ahnen: Es wird nichts mit einer Machtergreifung der Art, in der einer sich selbst zum Gott macht. Der von Gott Ermächtigte wird nicht dreinschlagen, zerstören oder gar vernichten. Er wird nicht zu Felde ziehen, um sich die Erde Untertan zu machen, und wird keine Kreuzzüge ausrufen, um über Leichen zu gehen.
Der Einzug dieses Königs, der die Rettung im Namen trägt, ist geprägt von der Nähe zu denen, die auf ihn warten, die unten sind. Er sieht die Flickenteppiche an, den Glanz, die Tränen, den Dreck, und schaut denen ins Gesicht, die sie gewebt haben. Wer ihm begegnet, wird sich verändern.
Diese Ouvertüre, sie erzählt schon von der Allmacht einer Liebe, die himmlisch ist, weil sie menschlich wird. Diese Liebe, sie scheut weder Schmerz noch Schuld, weder Leid noch das Sterben. Aber sie überlässt sich dem allen nicht.
Vielmehr stattet sie das Leben aus mit einer subversiven Kraft. Die lässt Gewalt und Hass ins Leere laufen. Und überwindet am Ende sogar den Tod.

Gebet: Sich menschlich zeigen
Menschgewordener Gott,
du kennst meine Sehnsucht nach einer Schönheit,
die vollkommen ist.
Wie gern würde ich dich
schön finden
auf eine makellose Weise.
Unversehrt, wohlriechend, lächelnd und rein.
Schwer auszuhalten,
dass du diese Wünsche durchkreuzt.
Du weinst und schreist,
blutest und schwitzt.
So wie ich
in meinen schutzlosesten Momenten.
Lehr mich,
die andere Schönheit zu sehen,
die sich erweist,
wo wir uns menschlich zeigen.
Wo wir
Wunden verbinden,
Tränen abwischen,
Schmerz aushalten
und einander beistehen
in den schwersten Stunden.

Auf dem Weg zu Palmsonntag 2020 – Gedankensplitter zu den biblischen Texten III

Jedem Sonntag sind ein Psalm, ein Abschnitt aus den Evangelien als Evangelium zum Sonntag, ein Abschnitt aus dem Ersten Testament (früher „Altes Testament“), ein Abschnitt aus einem der neutestamentlichen Briefe und noch drei weitere Bibeltexte zugeordnet.

Ein Griff, und die Sucherei geht los. Ich finde sie nicht wieder. Aber ich habe die Karikatur deutlich vor Augen:
Ein Pfarrer steht vor dem Altar. Über dem Altar hängt ein Kreuz. Eigentlich ein Kruzifix (also eine Darstellung des Gekreuzigten). Doch das ist leer. Man sieht noch die Umrisse, die Löcher von den Nägeln. Aber er selbst ist verschwunden.
Und auf dem Altar liegt ein Abschiedsbrief.
Kirchenkritik? Jesus tritt aus dieser Kirche aus?
Oder Verheißung?
„Jesus geht voran auf der Lebensbahn“…
Was steht in dem Brief?
Vielleicht:
Es nutzt nichts, wenn ich als Leidender hier festhänge – ich muss dahin, wo ich gebraucht werde. Zu Leidenden, zu Sterbenden, zu den in Geflüchteten-Lagern eingepferchten, zu denen, die in elendigen Hütten hausen, zu Obdachlosen unter die Brücke.
Ich muss los zu denen, die körperlich-seelisch am Ende sind, weil sie in den Krankenhäusern ankämpfen nicht nur gegen den Tod, sondern auch gegen ein krank gespartes und gewirtschaftetes Gesundheitswesen.
Ich muss los zu denen, die ihren Dienst für die Allgemeinheit tun und dafür angefeindet werden.
Ich muss auch los zu den politisch Verantwortlichen, die zusammengebrochen sind.
Meine Bitte:
Folgt mir nach.
Denkt an mich, wo ich gerade bin.
Euer Jesus, ein Sklave der Liebe Gottes.

Dieses Bild stand mir vor innerem Auge, als ich dieser Woche erneut der Lesung aus den neutestamentlichen Briefen für Palmsonntag begegnete,
ein Abschnitt aus dem Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Philippi, wobei Paulus hier eines der ersten christlichen Glaubensbekenntnisse zitiert, eher ein Glaubenshymnus:

Phil 2,5-11
5 Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:
6 Er, der in göttlicher Gestalt war,
hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,
7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
8 Er erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
9 Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,
10 dass in dem Namen Jesu
sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
11 und alle Zungen bekennen sollen,
dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Ich stelle mir vor: Diejenigen, die Jesus (wie auch immer) unmittelbar als heilsam (leibhaftig, seelisch, glaubensmäßig) erlebten, erlebten durch ihn Gott gegenwärtig. Und damit Frieden, Versöhnung, als Hoffnung: alles wird nun gut. Sie erlebten Befreiung vor der oft insgeheimen ANGST vor dem Tod und damit eine Lebenshoffnung über den Tod hinaus. Also Geborgenheit. Vertrauen. Und die Freiheit, sogar Gegner zu lieben. D.h., diese lieber zu segnen als zu verteufeln.
Ich stelle mir vor, was sie da erlebten, dafür suchten sie Worte, Bilder, um es zu beschreiben.
Und sie drückten es auch so aus: Jesus ist ein Teil Gottes selbst. Er komtm von Gott. Da aber Gott unteilbar ist, schenkt sich Gott mit Jesus selbst. ER ist zur Welt gekommen, weil er sie so sehr liebt. In Jesus begegnet Gottes ganze Mitmenschlichkeit. Und die reicht bis dahin, wo wir letzte Gottlosigkeit erleben: Im Tod, in der Qual, im letzten Schrei nach Leben und nach Erlösung.
„War gehorsam bis in den Tod“ – d.h., im Grunde hörte Gott auf sich selbst, auf sein „Herz“, das für uns schlägt (und, wie ich aus heutiger Einsicht vermute: Auch schlägt für jedwede Kreatur).
Darum wird Jesu Tod zu seiner „Erhöhung“: Im Tod das Leben. Der Tod kein Ende, sondern eine Wende. Und Jesus erhält den Titel, der in der Bibel Gott vorbehalten ist und den die römischen Kaiser für sich reklamierten: „HERR“.
Und der Herr ist der, der wirklich anderen Menschen zu dienen versteht.
Damit wird eine Glaubensaussage auch zu einer Kampfansage gegen menschliche Willkür, Anmaßung, unmenschliche Machtausübung.

Gott sei Dank!
So daher gesagt – doch es ist mehr. Es wird ein jubelndes Lied vom ganzen Leben. Ein Lied, das sogar die für uns Gestorbenen anstimmen.

Gott sei Dank!
Ich höre es aus guten Werbesprüchen, von den öffentlich Rechtlichen,
und von vielen anderen:
Wie vielen Menschen gedankt wird, die für uns ihre Haut zu Markte tragen, wie alte Redewendung sagt. Die einfach da sind, wo sie jetzt gebraucht werden.
Und ich würde gerne auch Gott sei Dank sagen für einsichtige Politiker,
die jetzt noch selbstherrlich uneinsichtig „Ihr Land First“ und damit eigentlich „Sie selbst First“ sagen und nicht verstehen, dass gerade jetzt (eigentlich schon überfällig) auch für die Länder gilt: Entweder wir alle gemeinsam oder gar nicht.
Ich sage so vielen insgeheim Dank und damit Gott sei Dank.
Auch ein Bekenntnis, das Jesus der Herr ist – der, der dient in den vielen Dienenden.
Warum muss ich jetzt an das Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ denken?